Durchführung

PROTECT hat eine Laufzeit von Oktober 2011 bis September 2014. In dieser Zeit setzen wir 7 Arbeitspakte um:

1. Analyse der Good Practice in den Partnerlänern

Wie können Migrant/innen für eine Beteiligung am Ehrenamt gewonnen werden, wie kann der Zugang zu den Bildungsangeboten der Hilfsorganisationen gestärkt werden? In einem ersten Schritt untersuchen wir, welche Ansätze sich in den beteiligten Ländern bewährt haben, warum diese Ansätze erfolgreich waren und ob sie sich übertragen lassen.

2. Entwicklung von Trainingsmaterial für die Lotsinnen und Lotsen

Wir stellen ein Programm für die Qualifizierung potenzieller Lotsinnen und Lotsen auf und bereiten maßgeschneidertes Trainingsmaterial vor. Bei der Entwicklung des Trainingsmaterials berücksichtigen wir spezifische Bedarfe unterschiedlicher Migrantencommunities, die aus den Beratungen mit der Zielgruppe
in der Analysephase resultieren.

Mit aktiver Unterstützung unserer Patinnen und Paten sprechen wir potenzielle Lots/innen an, die dann in ihren Communities für die Lern- und Beteiligungsmöglichkeiten in den Hilfsorganisationen werben.

3. Schulungen für Lotsinnen und Lotsen

In einer modular aufgebauten Seminarreihe bereiten wir die Lotsinnen und Lotsen auf ihre Aufgabe vor. Die Lotsinnen und Lotsen sollen das erworbene Wissen zielgruppenorientiert und auf verständliche Weise sowie interessante Weise an Menschen mit Migrationshintergrund vermitteln können. Interkulturelles Training und Präsentationstechniken werden ebenso vermittelt wie Kenntnisse über Aufbau, Fachdienste und Einheiten des Katastrophenschutzes sowie Anforderungen an die Übernahme eines Ehrenamtes. Die Seminare werden parallel in Berlin, Wien und Mataro/Barcelona durchgeführt. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat bescheinigt.

4. Interkulturelle Öffnung der Hilfsorganisationen

Wir beraten und begleiten die Hilfsorganisationen des Katastrophenschutzes
dabei, die Attraktivität ihrer Lernangebote zu stärken, bedarfsorientiert und kultur-sensibel zu gestalten, sich interkulturell zu öffnen. Wir bieten ihren Mitarbeiter/innen Schulungen zum Erwerb von interkulturellen Kompetenzen an.

5. Pilotaktionen für Migrant/innen

In Deutschland, Österreich und Spanien setzen wir eine Serie von Pilotaktionen zur Gewinnung von Migrant/innen für die Übernahme eines Ehrenamtes durch die geschulten Lotsen um. Mit Unterstützung der operativen Partner organisieren die Lotsinnen und Lotsen verschiedene Infoveranstaltungen, in denen sie die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements bei den Hilfsorganisationen des Katastrophenschutzes vorstellen. Zugleich informieren sie die Migrant/innen über die Bildungsangebote der Hilfsorganisationen und zeigen ihnen neue Berufsperspektiven auf, die die Teilnahme an den Qualifizierungen der HIOs mit sich bringt. Interessierte Migrantinnen und Migranten werden in die Bildungsangebote der Hilfsorganisationen integriert und dabei intensiv begleitet.

6. Erweiterung europäischer Netzwerke

Das Thema Gewinnung von Migrant/innen für das ehrenamtliche Engagement ist EU-weit relevant. Unsere Partnerschaft umfasst vier Länder, gemeinsam arbeiten wir an Lösungsansätzen. Die Partnerschaft wird erweitert durch Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, die das Projekt bei der Umsetzung beraten und Projektaktionen aktiv unterstützen. Dazu findet ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch statt – z.B. bei den transnationalen Treffen der Partnerschaft und durch die Teilnahme an nationalen und europäischen Konferenzen. Die Kontakte sind in Netzwerklisten dokumentiert. Die erweiterten Netzwerke unterstützen zugleich den Austausch von europäischen Good Practices.

7. Politische Handlungsempfehlungen

Damit die Ergebnisse von PROTECT nachhaltig genutzt und auch in anderen Ländern implementiert werden können, arbeiten wir politische Handlungsempfehlungen aus. Sie fassen die Ergebnisse des Projekts zusammen und formulieren Empfehlungen für die politische Entscheidungsebene und für Bildungsverantwortliche.